Eine junge Schülerin fragte uns, ob sie uns für das Schulprojekt "Jugend und Wirtschaft" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) interviewen kann. Gar keine Frage. Da sind wir dabei. Sehen Sie hier, was Nike von Borcke über uns berichtet.

Grüne Kleidung, konzentrierte Gesichter, ein Operationstisch in der Mitte des Raumes. Darauf ein Patient, der Körper mit Tüchern bedeckt. Über ihn gebeugt arbeiten mehrere Personen. Auf einem Beistelltisch befindet sich das OP-Besteck. Die kleine Öffnung im Kopf des Patienten ist kaum erkennbar. Der Chirurg ergreift ein Instrument und führt es durch einen Trokar, der in der kleinen Schädelperforation platziert ist. Nach und nach kommen weitere Instrumente zum Einsatz. Das Ziel des Chirurgenl ist es, einen Hirntumor zu zerstören. In diesem Operationssaal spielt sich gerade ein seltener Eingriff ab. In der Regel werden Hirntumore nach Entfernung eines größeren Schädelstückes offen chirurgisch angegangen. Der Endoscopic Neurosurgical Pen (ENP) der Söring GmbH in Quickborn ermöglicht es jedoch, Hirntumore bestimmter Art minimalinvasiv zu entfernen. „Abgesehen von unserem ENP gibt es kein weiteres Ultraschallinstrument, das durch eine so kleine Öffnung im Kopf geführt werden kann“, sagt Carina Tooren, Produktmanagerin Neurochirurgie bei Söring. „Das Instrument soll den Chirurgen dabei unterstützen, den Tumor größtmöglich zu entfernen, ohne das gesunde Gewebe zu schädigen. Der kleine Zugangsweg gilt im Vergleich zu offen chirurgischen Eingriffen als schonender für den Patienten. Unser ENP-Instrument bietet den Ärzten neue Operationsmöglichkeiten vor allem bei kleinen und mittelgroßen Tumoren, die sich in den Hirnkammern befinden.“ Carlos Jaime Yepes Sanchez, Neurochirurg am Krankenhaus Clínica Las Américas in Medellín, Kolumbien, erklärt: „Das ENP-Instrument ist besonders schnell bei der Entfernung von Tumoren und der Chirurg hat eine bessere Kontrolle über Blutungen.“

Im Gegensatz zum ENP zählen Produkte für die offene Chirurgie, wie z.B. das LEVICS Micro-Instrument, zum Goldstandard, und natürlich gibt es in diesem Bereich auch Konkurrenten. "Dennoch befinden wir uns an der Weltspitze der Ultraschall-Chirurgie", erklärt Florian Neumann, Technischer Direktor bei Söring. Es gebe nur drei große Wettbewerber, bei denen es sich um amerikanische Konzerne handele.

Gegründet, um Krebs behandeln zu können

Söring wurde 1985 von Holger Söring gegründet. Noch heute handelt es sich um ein Familienunternehmen. Die jetzige Geschäftsführerin, Anna Katherina Söring-Neumann, ist die Tochter des 2012 verstorbenen Gründers. Die Firma zählt 120 Mitarbeiter. „Das erste Produkt, ein Generator für Ultraschallinstrumente, entwickelte Holger Söring in seiner Garage“, berichtet Anita Urban, Marketingmanagerin bei Söring. „Es ist überliefert, dass ein Elternteil an Krebs erkrankt war und es in Europa seinerzeit kein System gab, um Tumore mit Hilfe von Ultraschall zu entfernen. Das war die Motivation für die Entwicklung seines ersten Produktes. Er wollte einfach helfen.“ Im Jahr 1989 kam dann der Durchbruch: Ein von Söring entwickelter Ultraschallgenerator wurde in einer ganz speziellen Operation eingesetzt. "Damals wurden in Malaysia erstmals siamesische Zwillinge, die an der Leber zusammengewachsen waren, durch eine Ultraschalloperation getrennt. So wurden wir in der Branche berühmt". Heute bietet Söring auch ein Produkt für die minimalinvasive Leberchirurgie an. "Unser LUD ist der weltweit längste und dünnste laparoskopische Ultraschall-Dissektor für die Leberchirurgie", erzählt Urban. Weitere Geschäftsfelder, denen sich Söring widmet, sind die Wirbelsäulenchirurgie und das Ultraschall-Assistierte Wunddebridement (UAW).

Auch heute ist Söring ist noch weltweit tätig. Das Händlernetz erstrecke sich laut Urban auf mehr als 90 Länder. Neben dem Hauptstandort in Quickborn ist die Firma in Kolumbien, Russland und den USA vertreten. Alle Produkte werden in Quickborn sowie in Fertigungsstätten im unmittelbaren Umkreis entwickelt und produziert. „Dass unsere Produkte ‚Made in Germany‘ sind, gilt im Ausland, aber auch hierzulande, als Qualitätssiegel“, erklärt Urban.

Forschungsaktivitäten ebnen den Weg für die Zukunft

Um für die Zukunft gut gerüstet zu sein, beteiligt sich das Unternehmen immer wieder an Forschungsprojekten. Aktuell untersucht Söring, wie Gehirntumore automatisch erkannt und besser entfernt werden können. Denn eine der zentralen Herausforderungen in der Neurochirurgie ist es, gesundes Hirngewebe und größere Blutgefäße zu erhalten. Im Rahmen dieses dreijährigen Projektes mit dem Namen "UltraLas" spielt das LEVICS Micro-Instrument eine wichtige Rolle. „Unser Ziel ist es, das Risiko für die Patienten zu minimieren sowie ihre Lebenserwartung und Lebensqualität zu steigern. Denn ihr Wohl liegt uns sehr am Herzen. Mit diesem Antrieb arbeitet Söring seit Gründungsbeginn“, schließt Tooren.